Kairo ist die größte Metropole Afrikas: 9,5 Millionen Menschen in der Stadt, rund 20 Millionen im Großraum. Und mittendurch zieht der Nil, die Lebensader des Landes, von Süden nach Norden dem Mittelmeer entgegen. An seinen Ufern entstand um 3000 v. Chr. eine der ersten Hochkulturen der Menschheit und wer heute nach Ägypten reist, bewegt sich durch 5.000 Jahre Geschichte: Pyramiden und Pharaonengräber, Tempel direkt am Flussufer, Oasen in der Wüste und Korallenriffe im Roten Meer. Fünf gute Gründe, an den Nil zu reisen.
Kairo und Gizeh – Metropole, Pyramiden und das neue Grand Egyptian Museum
Kairo überrascht: Am Nil wächst eine moderne Skyline, fast wie ein kleines Dubai, und viele Hotels bieten Zimmer mit direktem Nilblick, etwa das St. Regis Cairo oder das Four Seasons Hotel Cairo at Nile Plaza direkt am Fluss.
Am Abend lohnt der Weg ins islamische Viertel: Der Bazar ist Ambiente aus 1001 Nacht – Obst- und Gemüsehändler, Gewürze, Seifen, Kerzen, Shisha-Bars, dazwischen die mächtigen Moscheen der Altstadt. Viele Kairoer gehen abends einkaufen, und genau dann erlebt man das städtische Leben hautnah.
Wer lieber mit Blick auf die Pyramiden wohnt, zieht ins legendäre Mena House an den Pyramiden von Gizeh: eine gepflegte Gartenanlage mit Poollandschaft und Blüten und die Pyramiden zum Greifen nah, im besten Fall direkt von der Terrasse oder vom Bett aus. Der große Vorteil: Man ist morgens um 7 Uhr bei den Pyramiden, wenn die Sonne aufgeht, die Tagestouristen kommen erst gegen 10 oder 11 Uhr.
Die Cheops-Pyramide kann man sogar von innen erleben: Durch einen niedrigen Schacht steigt man, teilweise gebückt und bei Gegenverkehr, hinauf bis zur Grabkammer. Die Luft ist stickig und heiß wie in der Sauna, das Erlebnis nur etwas für Menschen, denen Enge nichts ausmacht. Aber es ist einmalig, auch wenn man froh ist, wieder draußen zu sein.
Das neue Highlight der Stadt ist das Grand Egyptian Museum (GEM) bei Gizeh, inzwischen vollständig eröffnet und eines der beeindruckendsten Museen der Welt. Viel Licht, großzügige Räume, frei stehende Exponate: Die Schätze des alten Ägypten werden hier so präsentiert, wie sie es verdienen. Erstmals ist hier die Gesamtausstellung der Grabschätze des Tutanchamun zu sehen: samt seiner berühmten goldenen Totenmaske. Viele Ägypten-Kenner reisen allein deshalb noch einmal an den Nil.
Luxor – Tal der Könige, Karnak und die Grandhotels am Nil
Rund 1,5 Flugstunden südlich von Kairo liegt Luxor, das antike Theben. Im Tal der Könige liegen über 60 Gräber auf engem Raum, etwa zehn davon sind geöffnet, welche, wechselt immer wieder, um die Grabkammern zu schützen. Mit dem Ticket besichtigt man drei Gräber, ein viertes lohnt als Zubuchung. Anders als in der Cheops-Pyramide steht man hier bequem aufrecht und staunt über sensationell bunte Wandmalereien, Säulen, Figuren und Hieroglyphen. Ägypten, wie man es sich vorstellt.
Gleich nebenan erhebt sich der Hatschepsut-Tempel, direkt in die Felswand gebaut, mit seinen Säulenreihen und der großen Rampe einer der schönsten Tempel des Landes. Das größte Wunder aber ist Karnak: Schon der Weg dorthin führt eine Sphingen-Allee entlang. Die große Säulenhalle zählt 134 Säulen von bis zu 22 Metern Höhe, dazu Tempel, Obelisken, ein heiliger See, Mauern und Pylone, erbaut im Laufe von 1.500 Jahren. Am Abend lohnt die Lichtshow, wenn die Anlage mystisch angestrahlt wird und eine tiefe Stimme die Geschichte der Pharaonen erzählt. Und am Morgen: mit dem Heißluftballon über das Tal der Könige schweben.
Vor oder nach dem Schiff gönnt man sich ein bis zwei Nächte im Al Moudira am Stadtrand von Luxor, Mitglied bei Relais & Châteaux: Zimmer rund um zehn Innenhöfe mit Palmen und Brunnen, ringsum Palmenhaine und Gärten. Eine Institution der Stadt ist das Winter Palace – ein viktorianisches Grandhotel, berühmt für seinen High Tea am Nachmittag. Derzeit ist es wegen Renovierung geschlossen und wird als Mandarin Oriental neu eröffnen.
Die Nilkreuzfahrt – von Luxor nach Assuan
Die klassische Route führt von Luxor flussaufwärts nach Süden bis Assuan, Kenner machen es umgekehrt, steigen in Assuan zu und heben sich Karnak und das Tal der Könige als Höhepunkt für den Schluss auf. Bei den Schiffen gibt es feine Unterschiede: Die schönsten sind Boutique-Schiffe mit Balkonen oder französischen Balkonen, teils mit privaten Anlegestellen, Ägyptologen an Bord und perfekten Gastgebern, auch in deutscher Sprache. Zu den Klassikern zählen die Oberoi Zahra, die Sanctuary Sun Boat IV und die Sanctuary Nile Adventurer. Ab Dezember 2026 kommt ein neuer Star hinzu: die Sanctuary Nile Seray, mit nur 32 Suiten wird sie das beste Luxusschiff auf dem Nil sein. Wer es noch privater mag, chartert eine Dahabiya, ein traditionelles Segelschiff für 8 bis 12 Gäste – etwa die Dahabeya Abundance oder die Schiffe Arax und Berge von Kazazian Cruises.
Schon das Fahren auf dem Fluss ist ein Erlebnis: Palmen am Ufer, Minarette, Kinder, Landwirtschaft und immer wieder Tempel direkt am Wasser. In Kom Ombo legt das Schiff unmittelbar vor dem Doppeltempel an, der gleich zwei Göttern geweiht ist: Sobek in Gestalt des Krokodils und Horus in Gestalt des Falken. In der Hathor-Kapelle liegen 2.000 Jahre alte Krokodilmumien. Der Tempel von Edfu ist noch besser erhalten, mit komplettem Dach, klassischem Grundriss, zwei großen Falkenstatuen und einem 36 Meter hohen Eingangspylon voller riesiger Reliefs. Besonders schön am Abend, wenn alles angestrahlt ist.
Von Norden kommend erreicht man Assuan, das südliche Ende der Nilkreuzfahrten – weiter geht es nicht, denn hier zähmt seit 1970 der Assuan-Staudamm den Fluss. Im Nil liegen große und kleine Inseln: die Felseninsel Elephantine mit Tempeln und Heiligtümern und die Insel Agilkia mit dem Tempel von Philae, der Göttin Isis geweiht, wegen des Staudamms komplett von seiner ursprünglichen Insel hierher versetzt und hervorragend erhalten. Sehr lohnend: eine Fahrt mit der Feluke, dem traditionellen Segelboot, bei Sonnenuntergang am Mausoleum des Aga Khan vorbei. Eine Legende der Stadt ist das Old Cataract, erhöht auf einem Felsen über dem Nil, mit französischem Ambiente und der berühmten Agatha-Christie-Suite. Auch dieses Haus ist derzeit wegen Renovierung geschlossen und kehrt als Mandarin Oriental zurück.
Der krönende Abschluss ist Abu Simbel: historisches und modernes Weltwunder zugleich. Vier riesige Statuen Ramses’ II. wachen über zwei Tempel: den großen für den Pharao, den kleineren für seine Gemahlin Nefertari. Als der Nassersee entstand, wurden die Tempel ab 1963 mitsamt dem Felsen in bis zu 30 Tonnen schwere Blöcke zerlegt und fugenfrei höher wieder aufgebaut – die Projektleitung hatte übrigens Hochtief aus Essen. Zweimal im Jahr, am 22. Februar und am 22. Oktober, steht die Sonne so, dass ihr Licht 60 Meter tief in den Tempel fällt und die Götterstatuen vollständig erleuchtet, das berühmte Sonnenwunder. Am komfortabelsten erreicht man Abu Simbel mit dem Flugzeug; es gibt mehrere Flüge am Tag.
Alexandria und die Oase Siwa – Mittelmeer und Sternenhimmel
Wer nach der Kreuzfahrt noch eine ganz andere Seite Ägyptens erleben will, kombiniert den Nil mit dem Mittelmeer: Von Assuan fliegt man, mit Umstieg in Kairo, nach Alexandria, heute eine 5-Millionen-Stadt am Meer mit schöner orientalischer Altstadt. An der Stelle, an der einst die legendäre antike Bibliothek gestanden haben soll, wurde die Bibliotheca Alexandrina neu errichtet – sehr modern, mit gleich vier Museen unter einem Dach. Sehenswert auch das königliche Juwelenmuseum in einem ehemaligen Palast, in dem alles glitzert. Gewohnt wird im Four Seasons Hotel Alexandria at San Stefano – direkt am Mittelmeer, mit Privatstrand mitten in der Stadt.
Und dann hinaus in die Wüste: Rund sieben Fahrstunden westlich liegt die Oase Siwa: Palmen und Quellen inmitten der Steinwüste. Übernachtet wird in der Adrère Amellal Eco Lodge: nur 40 Zimmer, jedes ein Unikat, direkt an einem See, hinter dem die Sonne untergeht. Möbel und Kunsthandwerk stammen aus der Region, und Strom gibt es hier ganz bewusst nicht – am Abend erleuchten Bienenwachskerzen die Zimmer, darüber der Sternenhimmel der Sahara. Das Abendessen wird jeden Tag an einem anderen Ort serviert, auf dem Gelände oder draußen in der Wüste. Tagsüber locken Ausflüge zu Quellen und Tempelruinen, zur alten Festung, auf die Bazare und zum Schwimmen in den Salzseen. Der Höhepunkt: die Wüstensafari zum Sonnenuntergang. Auf Tripadvisor zählen Gäste die Lodge zu den Top-5-Reiseerlebnissen überhaupt.
Rotes Meer – der perfekte Abschluss
Erst Kultur, dann Strand: Das Rote Meer ist der ideale Ausklang einer Ägypten-Reise, mit Sonnengarantie, warmem Wasser und wenig Wellen. Die Küste hat sich seit den 1980er-Jahren zu einer erstklassigen Urlaubsregion entwickelt: Hurghada, Sharm el-Sheikh, Soma Bay, El Gouna und Marsa Alam bieten Resorts mit eigenem Strand, Jachthäfen, Restaurants und Bazaren, man muss sein Resort eigentlich gar nicht verlassen.
Die ganze Küste entlang ziehen sich Korallenriffe, die Sicht unter Wasser reicht bis zu 30 Meter weit. Beim Schnorcheln und Tauchen begegnet man den Klassikern des Riffs: Papageienfischen, Anemonenfischen, blau-gelben Kaiserfischen, roten Zackenbarschen, Doktorfischen, Muränen, Rochen und kleinen Weißspitzen-Riffhaien. Alle Hotels bieten Tauch- und Schnorcheltouren an.
Unsere Hoteltipps für den Badeabschluss: The Oberoi Beach Resort Sahl Hasheesh, das Kempinski Hotel Soma Bay, das Four Seasons Resort Sharm El Sheikh und The Chedi El Gouna.
Wer diese Facetten Ägyptens in einer perfekt abgestimmten Reise erleben möchte, findet sie bei Select Luxury Travel gebündelt in der Großen Ägyptenrundreise mit Kairo, Nil & Oase Siwa – individuell geplant, mit Kultur, Nilkreuzfahrt und Badeverlängerung nach Wunsch.
Noch mehr Eindrücke im Podcast
Wer Ägypten noch intensiver erleben möchte, kann in die Podcast-Folge 5 gute Gründe zu reisen – Ägypten hineinhören.
Darin sprechen Radiomoderatorin Stefanie Schweda und Dirk Gowin, Geschäftsführer von Select Luxury Travel, über persönliche Erlebnisse und die schönsten Orte des Landes, vom Sonnenaufgang an den Pyramiden von Gizeh über das Tal der Könige und das Sonnenwunder von Abu Simbel bis zu den Sternennächten in der Oase Siwa.
Inspiration für deine eigene Ägypten-Reise
Ob du träumst vom Blick auf die Pyramiden direkt vom Hotelbett aus, von der Lichtshow in Karnak, von einer Dahabiya auf dem Nil oder vom Abendessen bei Kerzenschein in der Wüste von Siwa: Ägypten ist bereit. Die beste Reisezeit für Kultur und Nilkreuzfahrt: Oktober bis April. Weitere Informationen und individuell geplante Luxusreisen findest du bei Select Luxury Travel.
















