Island – Reykjavik, Golden Circle und schwarze Strände: Die größte Vulkaninsel der Erde

10. August 2026
News

Wenn der Strokkur alle paar Minuten sein heißes Wasser 20 Meter in den Himmel schießt, wenn man am pechschwarzen Lavastrand von Vik vor den Basaltnadeln von Reynisdrangar steht und wenn hinter dem Seljalandsfoss der Sprühnebel im Abendlicht einen Regenbogen zeichnet, dann versteht man, warum Island zu den faszinierendsten Reisezielen Europas gehört. Die Insel knapp südlich des Polarkreises ist die größte Vulkaninsel der Erde: 103.000 Quadratkilometer, so groß wie Bayern und Baden-Württemberg zusammen, und mit knapp 400.000 Einwohnern einer der am dünnsten besiedelten Staaten der Welt.

Island ist ein Ziel für Sommer und Winter gleichermaßen: im Sommer die Mitternachtssonne, im Winter Polarlichter und eine verschneite Landschaft wie aus einer anderen Welt. Und das Beste: Die Highlights funktionieren zu beiden Jahreszeiten.

Reykjavik und die Blaue Lagune – Die nördlichste Hauptstadt der Welt

Rund 60 Prozent aller Isländer leben in und um Reykjavik, die nördlichste Hauptstadt der Welt. Sie liegt wunderschön an einer weiten Bucht, im Winter mit schneebedeckten Bergen im Hintergrund, im Sommer sattgrün. Hochhäuser gibt es keine, die geothermische Aktivität und die Erdbebengefahr verbieten sie. Stattdessen prägen kleine, charmante Häuser mit bunten Blechdächern das Stadtbild und zwei moderne Bauten von Bedeutung: die Hallgrimskirkja, deren schräg zulaufende Fassade an einen Vulkan erinnert und die den höchsten Punkt der Stadt markiert, und das 2011 eröffnete Konzerthaus Harpa, dessen spektakuläre Fassade aus 1.000 Glasflächen vom dänisch-isländischen Künstler Olafur Eliasson gestaltet wurde, sie spiegelt das Licht der Umgebung und verändert sich mit Tageszeit und Wetter.

Kulinarisch ist Reykjavik überraschend stark: viel Fisch, Lamm und Milchprodukte, frische Meeresfrüchte. Die moderne isländische Küche kombiniert internationale Ideen mit lokalen Zutaten. Wer sich traut, probiert Hákarl, fermentierten Hai, der streng riecht und schmeckt, danach hilft ein Brennivín, der isländische Schnaps. Ein stimmungsvoller Abschluss des Tages: der Spaziergang entlang der Promenade an der Bucht Faxaflói zur Skulptur Sonnenschiff bei Sonnenuntergang.

Rund 50 Kilometer vor der Stadt liegt die Blaue Lagune, das berühmteste Geothermalbad Islands: mehrere flache Pools mit milchig-blauem, rund 38 Grad warmem Wasser aus heißen, mineralreichen Quellen, reich an Silizium und Schwefel, inklusive Bar im Wasser. Wer es ruhiger und exklusiver mag, wohnt gleich nebenan im The Retreat at Blue Lagoon: puristisches Design aus Vulkanstein, ein eigenes, deutlich ruhigeres Spa, gehobene Restaurants und Zimmer mit Blick auf Lagune und Lavalandschaft. In der Stadt selbst reicht die Auswahl vom jungen, stylischen Reykjavik Edition über das Sand Hotel bis zum klassischen Grand Hotel.

Und dann gibt es noch ein Erlebnis, das es so nur auf Island gibt: Inside the Volcano. Nach einer knappen Stunde Wanderung durch die Lavalandschaft erreicht man den schlafenden Vulkan Thrihnukagigur und fährt mit einem offenen Lift 120 Meter hinab in die Magmakammer. Rund eine Stunde verbringt man in der Tiefe, zum Abschluss gibt es traditionelle Lammsuppe und heißen Kaffee.

Der Golden Circle – Thingvellir, Geysir und Gullfoss an einem Tag

Die klassische Tagestour ab Reykjavik führt zu drei Höhepunkten. Erster Stopp: Thingvellir, die „Versammlungsebene“. Hier tagte ab dem Jahr 1000 der Althing, das älteste Parlament der Welt. Noch heute sieht man den Lögberg, den Felsen der Gesetzesverkündung. Geologisch ist der Ort mindestens genauso spektakulär: Thingvellir liegt genau auf der Grenze zwischen der nordamerikanischen und der eurasischen Kontinentalplatte, die langsam auseinanderdriften: überall Risse und Spalten, durch eine der Schluchten kann man hindurchwandern. Beides zusammen macht Thingvellir zum UNESCO-Welterbe. Und wer es außergewöhnlich mag: Im Silfra-Spalt taucht und schnorchelt man in einem der klarsten Gewässer der Welt, zwischen zwei Kontinenten.

Zweiter Stopp ist Geysir: der Namensgeber aller Geysire der Welt. Der Ur-Geysir selbst ist seit dem 19. Jahrhundert kaum noch aktiv, früher schoss sein Wasser bis zu 70 Meter hoch. Dafür ist auf den Strokkur Verlass: Alle fünf bis zehn Minuten schießt die Fontäne bis zu 20 Meter empor, manchmal sogar 40, perfekt für Fotos, während es rundherum überall aus der Erde dampft.

Dritter Stopp: der Gullfoss, der „Goldene Wasserfall“, rund zehn Kilometer weiter. In zwei Stufen stürzt das Wasser erst 11, dann 21 Meter in die Tiefe, bei 70 Metern Breite. Ein Weg führt ziemlich nah heran. Im Winter friert der Wasserfall teilweise ein: Eiszapfen und glitzernde Eisschichten säumen den Rand, während das Wasser weiterfließt. Dass es ihn noch gibt, ist übrigens einer Unternehmerin zu verdanken, die sich erfolgreich gegen Pläne zur Stromerzeugung einsetzte, heute steht der Gullfoss unter Naturschutz. Die Fahrt selbst ist gerade im Winter ein Erlebnis: verschneite Weiten, und auf den Weiden stehen Islandpferde.

Hoteltipp für die Region zwischen Reykjavik und Thingvellir: das Ion Adventure Hotel. Wie so viele Hotels auf Island sehr stylisch, sehr jung, sehr luxuriös. Es steht teilweise auf Stelzen in der weiten Landschaft, die Zimmer haben große Fenster, so dass die Natur immer präsent ist – manchmal schaut auch ein Schaf herein. Dazu ein Spa mit heißem Außenpool und individuelle Touren: Reiten auf Islandpferden, Schneemobil- und Eishöhlentouren oder eine private Nordlichttour im Winter.

Die Südküste – Wasserfälle, schwarze Strände und Papageitaucher

Die Südküste versammelt einige der berühmtesten Naturwunder der Insel. Der Seljalandsfoss stürzt 60 Meter von einer Klippe und das Besondere: Man kann hinter dem Wasserfall entlanggehen. Zum Sonnenuntergang zeichnet der Sprühnebel einen Regenbogen in den Himmel. Wenige Kilometer weiter donnert der Skogafoss, 60 Meter hoch, 25 Meter breit und damit einer der größten Wasserfälle des Landes. Man spaziert bequem bis an seinen Fuß oder steigt über eine Treppe mit 527 Stufen zur oberen Kante mit großartiger Aussicht. Der Legende nach verbirgt sich hinter dem Wasserfall ein Wikingerschatz der ersten Siedler – gefunden wurde er nie. Überhaupt, die Legenden: Viele Isländer glauben bis heute an Trolle und Elfen – weniger als Glaube denn als kulturelle Tradition. Bestimmte Felsen und Bergketten lässt man einfach in Ruhe, weil dort jemand wohnen könnte.

Und dann der Strand: so breit wie auf Usedom, aber pechschwarz. Der Strand von Vik besteht aus schwarzem Lavagestein, im Sommer wie im Winter ein spektakulärer Anblick. Am Rand ragen die Basaltnadeln von Reynisdrangar aus dem Meer, der Legende nach Trolle, die im Sonnenlicht versteinert wurden. An den Basaltklippen nisten im Sommer Papageitaucher. Baden sollte man hier allerdings nicht: Das Meer ist rau und unberechenbar, die Strömungen sind stark. Sehenswert dafür die hübsche weiße Dorfkirche von Vik: ein Fotomotiv wie aus dem Bilderbuch.

Hoteltipp für die Südküste: die Panorama Glass Lodge – eigentlich keine Lodge, sondern eine futuristische Hütte in der Einsamkeit, rund um das Bett komplett verglast. Im Winter beobachtet man das Nordlicht direkt vom Bett aus, im Sommer wird es gar nicht erst dunkel. Küche und Whirlpool inklusive. Aufwärmen unter freiem Himmel, dann ins Bett mit Blick in die Nacht.

Nord-Island – Wale, Wasserfälle der Götter und die Deplar Farm

Akureyri, die zweitgrößte Stadt Islands mit 19.000 Einwohnern, wird auch das „Paris des Nordens“ genannt. Sie liegt malerisch am Ende des längsten Fjords der Insel, umgeben von Bergen und Wäldern, und zählt zu den sonnenreichsten Gegenden Islands. In der Stadt lohnen der nördlichste Botanische Garten der Welt und die markante Kirche mit Blick über Stadt und Fjord, vor allem aber ist Akureyri Ausgangspunkt für Ausflüge.

Allen voran: Whale Watching in Husavik. Von März bis November sind Buckel- und Zwergwale hier, im Sommer kommen Delfine, Grind- und Schweinswale dazu – und mit viel Glück zeigt sich im Frühjahr sogar ein Blauwal. Tipp: die Tour zum Sonnenuntergang nehmen, dann sind die Boote leerer und das Licht ist fantastisch. Auf dem Weg liegt der Godafoss, der „Wasserfall der Götter“ – zwölf Meter hoch, 30 Meter breit, halbkreisförmig. Der Name geht auf das Jahr 1000 zurück, als der Gesetzessprecher Thorgeir nach der Einführung des Christentums die alten Götterbilder in die Fluten geworfen haben soll. Sehenswert auch der See Myvatn mit seinen berühmten Pseudokratern, Lavaformationen, die wie Krater aussehen, aber keine sind, umgeben von Lavafeldern und Lavasäulen. Vogelfreunde zählen hier 15 verschiedene Entenarten, und in den Myvatn Nature Baths badet man in heißen Pools mit Blick über den See. Wer mag, steigt im Norden auch auf den Husky-Schlitten um.

Der Hoteltipp für den Norden ist ein ganz besonderer: die Deplar Farm auf der Troll-Halbinsel. Aus dem ehemaligen Bauernhof ist eine stylische Lodge mit nur 13 Suiten geworden – grasbewachsene Dächer, heimischer Stein und Holz, kombiniert mit Sichtbeton und Metall. Abends treffen sich die Gäste nach ihren Touren am langen Holztisch zu feinster Nordic Cuisine, dazu ein Spa. Im Sommer wird geritten, gewandert, geradelt und Seekajak gefahren; im Winter locken Skilanglauf, Schneeschuhwandern und Schneemobiltouren durch die magische Winterlandschaft. Das Highlight: Heli-Skiing – die Farm hat zwei eigene Hubschrauberlandeplätze, die Gegend ist schneesicher, die Hänge liegen voller frischem Pulverschnee.

Ost-Island – Die stille Seite der Insel

Wer Island abseits der bekannten Routen erleben will, fährt in den Osten rund um Egilsstadir: malerische Fjorde, abgelegene Dörfer, einsame und ursprüngliche Landschaften und kaum Touristen. Die Straßen winden sich in Serpentinen die Fjorde entlang, Hunderte Meter über dem Wasser, vorbei an mehr Schafen als Menschen. Ein Höhepunkt der Region ist der Hengifoss, ein beeindruckender Wasserfall in einer steilen Schlucht, gerahmt von leuchtend roten Tuffsteinschichten. Und auch hier flattern im Sommer die putzigen Papageitaucher an den Küsten.

Wer Island in einer perfekt geplanten Reise erleben möchte, findet bei Select Luxury Travel zum Beispiel die Expeditionskreuzfahrt Spitzbergen, Island und Grönland mit der Hanseatic Spirit, die die Höhepunkte des hohen Nordens verbindet.

Noch mehr Eindrücke im Podcast

Wer Island noch intensiver erleben möchte, kann in die Podcast-Folge 5 gute Gründe zu reisen – Island hineinhören.

Radiomoderatorin und Weltreisende Stefanie Schweda spricht dort gemeinsam mit Dirk Gowin, Co-Geschäftsführer von Select Luxury Travel, über die Fahrt in der Seilbahn in einen Vulkan hinein, versteinerte Trolle am schwarzen Strand und die Frage, warum man fermentierten Hai wirklich nur einmal probiert.

Inspiration für deine eigene Island-Reise

Ob du träumst vom Bad in der Blauen Lagune, vom Nordlicht direkt über deinem gläsernen Bett, von Walen im Abendlicht vor Husavik oder vom Heli-Skiing auf der Troll-Halbinsel, Island ist bereit, im Sommer wie im Winter. Weitere Inspirationen und individuell geplante Luxusreisen findest du bei Select Luxury Travel.