Wenn morgens der Nebel über den Ruinen von Machu Picchu liegt, die ersten Sonnenstrahlen die Andengipfel vergolden und irgendwo in den Baumwipfeln ein Ara seine leuchtenden Flügel ausbreitet, beginnt ein Tag, den man nie wieder vergisst. Peru gehört zu den faszinierendsten Reisezielen der Welt: ein Land voller Gegensätze, mit uralten Inka-Stätten, wildromantischen Hochlandlandschaften und dem artenreichsten Regenwald der Erde.
Wer Südamerika in seiner ursprünglichsten Form erleben möchte, findet hier alles: geheimnisvolle Ruinenstädte in den Wolken, brodelnde Metropolen, den tiefblauen Titicacasee und den Amazonas-Urwald, mit all seinen Wundern.
Lima – Kulinarische Welthauptstadt am Pazifik
In beeindruckender Lage an der Steilküste des Pazifiks klebt Lima, Perus Hauptstadt mit über 8,5 Millionen Einwohnern. Das koloniale Zentrum rund um die Plaza de Armas, wo die Stadt 1535 gegründet wurde, erzählt von einer glorreichen wie wechselvollen Geschichte. Doch wer wirklich verstehen will, wie Lima heute tickt, sollte das Viertel Barranco erkunden.
Bohemiens, Künstler und Freidenker haben sich hier im 19. Jahrhundert an der Steilküste niedergelassen und das Flair ist bis heute geblieben. Heute findet man dort die besten Restaurants, Musikclubs und Tanztheater der Stadt. Und das beste Restaurant gleich dazu: Das Central von Chefkoch Virgilio Martínez wurde 2023 zur besten Gaststätte der Welt gekürt. Sein legendäres Menú de Alturas führt die Gäste auf einer kulinarischen Reise durch alle Höhenlagen Perus, von Gerichten mit Zutaten vom Meeresspiegel bis zu Produkten aus 4.000 Metern Höhe.
Wer noch mehr über Perus Küche erfahren möchte: Ceviche, das Nationalgericht, entstand aus der Fusionsküche japanischer Einwanderer, die sogenannte Nikkei-Küche. Und ja, auch Meerschweinchen steht auf der Speisekarte. Schmeckt überraschend zart, wie zartes Schwein, wer sich traut!
Kulturell lohnt sich ein Besuch im Larco Herrera Museum: Auf einer alten Hazienda mit herrlichem Garten präsentiert es prächtige Schätze aus der präkolumbianischen Zeit, Schmuck aus Gold und Silber, modern und stimmungsvoll inszeniert.
Titicacasee – Das Dach der Welt auf dem Wasser
Auf 3.800 Metern Höhe liegt der Titicacasee, der höchste schiffbare See der Welt, 15 Mal so groß wie der Bodensee. Wer hierher reist, sollte zunächst einen Abstecher zu den Chullpas von Sillustani einplanen: rätselhafte Grabtürme auf einer Halbinsel im Umayo-See, eingebettet in eine tiefblaue Hochlandlandschaft, wo sich Legende und Geschichte vermischen.
Auf dem See selbst führt eine Bootsfahrt zur Insel Taquile, wo die Bewohner noch die alte Sprache Quechua sprechen und die Männer stricken. Diese jahrhundertealte Tradition ist sogar UNESCO-Welterbe. Ein weiterer Stopp, diesmal schon in bolivianischen Gewässern: die Sonneinsel, wo der Legende nach der Sonnengott die ersten Inka auf die Erde sandte. Wer nach dem steilen Aufstieg wieder zu Atem kommt, wird belohnt: mit einer Segnungszeremonie des Schamanen, tiefblauem See und braunen Bergen ringsum. Berührend, still und unvergesslich.
Der Weg von dort nach Cusco lässt sich am schönsten im Zug zurücklegen: Der Andenexplorer braucht einen ganzen Tag, aber was für einer. Wildwestromantik, Alpakaherden, schneebedeckte Pässe und ein Panoramawagen, der die Landschaft wie ein lebendes Gemälde vorbeiziehen lässt.
Cusco – Wo Inka-Steine und Kolonialarchitektur sich berühren
Die alte Inka-Hauptstadt liegt auf 3.400 Metern und verzaubert mit engen Gassen, kolonialen Häusern mit geschnitzten Balkonen und Mauerruinen, die Jahrtausende überdauert haben. An der Plaza de Armas thront die mächtige Kathedrale: UNESCO-Weltkulturerbe und koloniales Prachtbauwerk. Noch faszinierender ist der Coricancha, der Sonnentempel der Inka: Von den Spaniern zerstört, von einem Erdbeben heimgesucht, stehen heute noch seine Mauern, und darauf das Kloster Santo Domingo.
Besonders eindrucksvoll ist die ehemalige Festung Sacsayhuamán oberhalb der Stadt: Riesige Steine, manche bis zu 9 Meter hoch und 125 Tonnen schwer, liegen ohne Mörtel fugenlos aufeinander, ein Rätsel, das Archäologen bis heute beschäftigt. Zur Sommersonnenwende im Juni wird hier das Inka-Fest Inti Raymi gefeiert, mit mehrstündigen Ritualen, zu denen Besucher herzlich willkommen sind.
Wer Zeit hat, sollte auch das Heilige Tal der Inka erkunden: die Terrassen von Moray, die Ruinen von Ollantaytambo und den bunten Markt von Chinchero verdienen mehr als einen flüchtigen Blick.
Machu Picchu – Das Wunder in den Wolken
Kaum ein Ort der Erde löst so viel Staunen aus wie Machu Picchu. Per Panoramazug geht es von Cusco durch das Urubamba-Tal nach Aguas Calientes, von dort mit dem Bus die Serpentinen hinauf zur Festung. Und dann: der erste Blick auf die ganze Anlage. Wer nah am Wasser gebaut ist, darf hier ruhig weinen.
Wer hat das gebaut? Warum? Und warum ausgerechnet hier, in diesen Wolken? Antworten gibt es keine wirklich gesicherten und das macht den Ort nur noch geheimnisvoller. Ob kleine Runde oder große Runde, ob früh morgens zum Sonnenaufgang oder wenn die Nebelschwaden langsam über die Ruinen ziehen: Machu Picchu ist ein Once-in-a-lifetime-Erlebnis.
Unsere Empfehlung: mindestens eine Nacht vor Ort bleiben. Wenn die Tagestouristen abgereist sind, gehören die Stille und die Kraft dieses Ortes fast ganz einem allein.
Wer diese Reise selbst erleben möchte, findet eine exklusive Möglichkeit auf der Reise Luxus-Peru erleben.
Amazonas – Aras, Jaguare und das größte Schutzreservat Südamerikas
Der fünfte Grund, Peru zu bereisen, liegt tief im Osten, im Tambopata-Nationalpark, auf der Ostseite der Anden. Hier beginnt der Amazonas-Regenwald mit einer Artenvielfalt, die schwindelig macht: über 1.300 Vogelarten, 32 Papageienarten, leuchtende Aras, Tapire, Jaguare.
Das Herzstück des Parks ist das Tambopata Research Center: 28 Zimmer für Naturliebhaber, 300 Meter Baumwipfelpfade und zwei der wichtigsten Salz-Lehm-Lecken Südamerikas. An diesen natürlichen Mineralquellen versammeln sich täglich Hunderte von Papageien, Aras und Amazonen: bunt, laut und zum Greifen nah.
Wer noch mehr Abenteuer sucht, wagt eine Nacht-Froschwanderung: mit Baumfröschen, Vogelspinnen und Grassschneiderameisen. Oder macht einen Ausflug in den Colca Canyon, der tiefer ist als der Grand Canyon, und beobachtet die majestätischen Kondore auf Augenhöhe.
Noch mehr Eindrücke im Podcast
Wer Peru noch intensiver erleben möchte, kann in die Podcast-Folge 5 gute Gründe zu reisen – Peru hineinhören.
Radiomoderatorin und Weltreisende Stefanie Schweda spricht dort gemeinsam mit Dirk Gowin, Geschäftsführer von Select Luxury Travel, über die peruanische Küche, strickende Männer auf dem Titicacasee, die Kraft von Machu Picchu – und warum man im Amazonas nachts besser eine Taschenlampe dabei hat.
Inspiration für deine eigene Peru-Reise
Ob klassische Rundreise durch Lima, Cusco und Machu Picchu, ein Abenteuer im Regenwald oder eine Kombination mit dem Titicacasee: Peru bietet unzählige Möglichkeiten für unvergessliche Reisen.
Weitere Inspirationen und individuell geplante Südamerika-Reisen findest du bei Select Luxury Travel.
















